Wangerooge

Wangerooge

Wangerooge ist eine Insel im Niedersächsischen Wattenmeer inerhalb des gleichnamigen Nationalparks. Sie ist die östlichste der sieben bewohnten Ostfriesischen Inseln und mit ca. 7,94km2 Fläche die zweitkleinste Insel. Wangerooge gehört als einzige der bewohnten ostfriesischen Insel nicht zum politischen Ostfriesland, sonder ist historisch Teil des friesischen Jeverlandes.
Zentraler Wirtschaftsfaktor der autofreien Insel ist heute der Tourismus, außerdem ist sie Nordseeheilbad.
Die Insel Wangerooge ist eine Einheitsgemeinde im Landkreis Friesland in Niedersachsen und hat 985 Einwohner (Stand 2006)
Der Name Wangerooge setzt sich zusammen aus dem altgermanischen Wort Wanga für Wiese und dem friesischen Wort Oog für Insel, was sich in direkter Übersetzung als Wieseninsel deuten lässt. Benannt ist die Insel allerdings nach dem Wangerland (Wiesenland), dem die Insel vorgelagert ist. Der Name Wangerooge bedeutet: die zum Wangerland gehörende Insel. Das Wangerland hat wiederum seinen Namen nach dem alten friesischen Gau Wanga, der bereits zu Zeiten Karls des Großen erwähnt wurde. Siedlungsfunde in diesem Bereich gibt es schon aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. Seit dem Mittelalter wird das Gebiet nördlich von Jever, ungefähr in dem Dreieck der Orte Harlesiel, Schillig und Hooksiel einschließlich der Insel Wangerooge als Wangerland bezeichnet. Heute trägt auf dem Festland die Großgemeinde Wangerland diesen Namen. Ihr gehört die Insel heute nicht mehr an, sondern sie ist Einheitsgemeinde im Landkreis Friesland.

 

Von -oog zu -ooge

Erst seit 1885 heißt die Insel Wangerooge, deren frühere Bezeichnungen Wangeroich (1532), Wangero (1597), Wangeröhe (1613) und danach Wangeroog (analog zu Langeoog oder Spiekeroog) lauteten. Bei der Namensänderung von 1885 fügte das Großherzogtum Oldenburg, gegen den Widerspruch der Inselbewohner, per Erlass ein E an Wangeroog.

 

Lage

Lage an der friesischen Küste

Wangerooge ist eine deutsche Insel in der Nordsee. Sie ist die östlichste der sieben bewohnten ostfriesischen Inseln. Die Insel erstreckt sich in Ost-West-Richtung über 8,5 km Länge. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt maximal 2,2 km im Westteil, auf Höhe des Ortes 1,2 km. Die Entfernung zum Festland beträgt 7 km. Westlich von Wangerooge, getrennt durch das Seegatt der Harle, liegt 2 km entfernt das Ostende von Spiekeroog. 2 km südöstlich, getrennt durch das Seegatt der Blauen Balje, beginnt die Insel Minsener Oog. An der Nordseite erstreckt sich ein etwa 100 m breiter und 3 km langer Sandstrand. Im Osten geht er in ein 500 m breites und 3 km langes Feld mit Sandablagerungen über. Im Westen der Insel bestehen zwei weitere Strände von 0,5 und 1 km Länge. Im Süden der Insel liegt das Wattenmeer, das zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer gehört und bei Niedrigwasser weitgehend trocken fällt. Unter der Insel findet sich in etwa 15 m Tiefe die Geestbasis. Die höchste Erhebung der Insel ist die Aussichts-Düne mit 17 m Höhe ü. NN, auf der 1990 eine Aussichtsplattform eingerichtet wurde. Die übrigen Sanddünen erreichen Höhen von bis zu 12 m.

 

Klima

Wangerooge liegt im Bereich eines gemäßigten, sommerkühlen und vom Golfstrom beeinflussten Seeklimas. Bei geringen Temperaturschwankungen herrscht hohe Luftfeuchtigkeit. Die mittlere Sonnenscheindauer liegt mit durchschnittlich 1670 Stunden im Jahr über dem deutschen Mittelwert von 1550 Stunden. Die mittlere Niederschlagsmenge beträgt 787 Millimeter pro Quadratmeter im Jahr. Es gibt etwa 50 Frosttage im Jahr.

 

Fläche

Mit einer Fläche von 7,94 km²  (2008) ist Wangerooge nach Baltrum das zweitkleinste Eiland der bewohnten Ostfriesischen Inseln, gelegentlich werden auch größere Flächenwerte (bis 8,5 km²) angegeben. Bei höheren Angaben sind Strandgebiete zugerechnet, die unterhalb der mittleren Tidehochwasserlinie (MTHW) liegen. Diese werden regelmäßig vom Meerwasser der Nordsee überspült und gelten daher nicht als Landgebiete. Da ein Teil der Landfläche (2,97 km²) als Teil einer Bundeswasserstraße nicht inkommunalisiert ist, umfasst die Gemeinde Wangerooge nur 4,97 km².

 

Tourismus und Kurort


Als die Insel 1804 zum Seebad wurde, setzte der wirtschaftlich lohnende Bädertourismus mit Kurbetrieb ein, von dem die Inselgemeinde noch heute lebt. In diesem Jahr legte Friederike Auguste Sophie zu Anhalt-Zerbst den Grundstein des Tourismus. Als Landesherrin der Herrschaft Jever stiftete sie symbolisch einen Badekarren. Zu dieser Zeit war Jever Teil des russischen Zarenreichs. Aufgrund der napoleonischen Kriege und verschiedener Besetzungen setzte das Badeleben erst 1818 verstärkt ein. 1823 zählte man bereits 1.800 Gäste. Prominente Badegäste dieser Zeit waren der Landesherr Herzog Peter Friedrich Ludwig und seine Enkelin Amalie von Griechenland. 1823 kam die 12-jährige Prinzessin Auguste von Weimar mit Hofstaat. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden zwei Logierhäuser mit jeweils rund 50 Zimmern. Das vorläufige Ende des Badebetriebs war die verheerende Sturmflut von 1854/55. Erst 20 Jahre später siedelten sich wieder verstärkt Bewohner an. Ab 1880 bereicherten eine Giftbude und ein Warmbadehaus den Badeurlaub. Seit 1892 wird Kurtaxe erhoben.

Im 20. Jahrhundert machte sich in der Zeit des Nationalsozialismus der Bäder-Antisemitismus auch verstärkt auf Wangerooge breit. Bereits 1920 gab es Berichte, dass gehäuft Zettel mit antisemitischen Parolen auf der Insel kursierten und am Strand Hakenkreuz-Fahnen gehisst würden. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurde der Tourismus wegen der militärischen Bedeutung der Insel eingestellt. Die Bombenschäden des alliierten Luftangriffs von 1945 an den Wohnhäusern waren bereits 1948 weitgehend behoben. Schon in den 1950er Jahren setzte der Fremdenverkehr wieder ein, allerdings unter den erschwerten Bedingungen der Nachkriegszeit. Badegäste entlohnten ihre Vermieter häufig in Naturalien oder mitgebrachten Baumaterialien. 1956 wurde ein Meerwasser-Bad eingerichtet, das zu dieser Zeit das größte Freibad auf den ostfriesischen Inseln war. 1962 wurde Wangerooge zum Niedersächsischen Staatsbad. Seit 1986 trägt es den Titel nicht mehr, da die Gemeinde das Nordseebad führt. Seit 1975 ist die Insel Nordseeheilbad.

Im Jahr 2004 feierte die Insel Wangerooge ihr 200-jähriges Bestehen als Seebad. Kuren auf der Insel sind vor allem angezeigt bei Erkrankungen der Atemwege, Herz- und Kreislaufstörungen sowie allergischen Erkrankungen und Hautleiden. Im Sommer steigt die Zahl der Feriengäste auf ein Mehrfaches der Einwohnerzahl an. Während der Hochsaison halten sich bis zu 10.000 Übernachtungsgäste sowie weitere 2.000 Tagesausflügler auf der Insel auf. Im Jahr sind es rund 500.000 Übernachtungen.